Dienstag, 27. Oktober 2015

Eins, Zwei, Drei...Vorbei

Zahlen, Wort, Fakten...alles ist so durcheinander. So unglaublich viel. Aber da müssen wir jetzt durch. Denn wir sehen nach vorn, wir wollen endlich fertig werden.

Wir befinden uns auf den immer wieder betonten "letzten Metern". Und nun wollen wir es wirklich und wir wollen es jetzt. Unser Abitur

Aber das so zu sagen und es dann wirklich durchzuziehen sind zwei völlig verschiedene Dinge. Es nimmt so viel ein und man hat das Gefühl keine Zeit mehr für gar nichts zu haben. Man steht Morgens auf und der erste Gedanke schwebt zu den Klausuren die heute drankommen werden. Doch auch wenn man seinen Tag gedanklich im Überblick hat, dann sieht man nichts als Lernen, Tests und Bücher. 
Es gibt so viele Momente an denen ich mir denke "Heute machst du mal nichts für die Schule, lass es einfach auf dich zukommen". Aber letztlich kann ich das dann doch nicht. Weil ich will ja das Abi, die Noten, aber eigentlich will ich nur das Gefühl, dass ich alles getan habe was ich kann. Damit ich mir nicht sagen kann, dass ich hätte mehr tun sollen.
Und irgendwie kann man sich dann doch immer motivieren. Ich brauche nur mindestens eine Sache am Tag, die für mich ist. Tanzen, lesen, telefonieren oder etwas backen, ganz egal was. Nur damit ich weiß, dass ich immer noch ich bin und ein Mensch bin.

Denn wo bleibt eigentlich das Leben, bei all dem Lernchaos?
Wo bleibt das jung sein? Wo sind all die langen Nächte hin? Die verrückten Abenteuer und die ewigen Frühstückssessionen?
Wahrscheinlich liegt all das zwischen irgendwelchen Heftern unter unseren Betten. Aber dort liegt es sicher, bereit wieder herausgekramt zu werden. In ein paar Monaten, da haben wir es geschafft. Dann sind wir bereit für die Welt, denn da haben wir es endlich, unser Abi!


...ich geh dann jetzt mal lernen...
S.

Montag, 14. September 2015

Mehr...viel mehr

Rosane Spitzenschuhe...sie liegen immer noch auf meinem Schrank und wenn ich sie sehe, blitz immer noch das Bild der Ballerina in meinem Kopf auf. Ich bin immer noch dieses verträumte Mädchen, was nur Blumen und Sterne sieht, was eines Tages Tänzerin werden möchte. Irgendwo bin ich das immer noch.
Aber in zwischen ist da viel viel mehr.
Ich hatte immer Angst, dass ich niemand mehr bin, wenn ich nicht mehr die Tänzerin bin, hab mich lange auch so gefühlt. Unvollständig irgendwie.
Aber die Zeit ist mir durch die Finger geronnen wie kühles Wasser und so kann ich jetzt sagen, dass dem nicht mehr so ist. Dass ich vielleicht schon immer mehr gewesen bin. Es nicht sehen wollte. Es nicht sehen konnte.
Aber nun tut sich ein neues Problem auf, was vielleicht sogar noch schwieriger zu überwinden ist als das niemand sein. 
Es ist das alles sein wollen. 


Immer noch romantisch, verträumt und rosa. Aber auch tough, ein bisschen stabiler, weniger zerbrechlich. Ich hatte und habe zwei Lebensträume, die so verschieden sind, wie zwei Träume nur verschieden sein können und frage mich deshalb manchmal , wie das überhaupt sein kann. Es sind zwei komplett verschiedene Pole und es ist eine große Kunst das eine mit dem anderen verbinden zu können. Und wenn dann nun plötzlich, unerwartet noch etwas ganz anderes da ist. Was auch gut ist. Zeit beansprucht. Da kommt man zu dem Punkt, an dem man akzeptieren muss, dass man nicht überall perfekt sein kann, dass man nicht alles haben kann. Dass die Ansprüche ein klein wenig zu hoch sind. Alles muss immer perfekt sein. Man selbst will immer perfekt sein. Perfekte Frisur, perfektes Team, perfekte Bühne, perfekte Arabesque und perfekte Note, das Studium will es so. Aber wo bleibt da das Mensch sein? Wo bleibt einfach nur das leben?

Man ist vielleicht viel vielseitiger als man denkt und vielleicht muss man das Bild was man von einem hat auch einfach mal loslassen können, damit man sehen kann, wie viele wunderbare Dinge es noch auf der Welt gibt. Für die es sich einfach zu leben lohnt. Und nicht perfekt, sondern einfach so.

Donnerstag, 27. August 2015

Augen schließen, genießen und ein klein wenig mitnehmen...

Und da sind wir wieder. Zurück in der Schule, zurück in der Realität. Fühlt sich anders an als erwartet, anders als ausgemalt. Ich meine das hier ist das letzte Jahr. Das Schuljahr was in allen amerikanischen Teenie-Filmen wie in Sekunden verfliegt und mit einem gigantischen Ball in einem Blumenmeer endet
Ob ihr es glaubt oder nicht ich hatte mich sogar ein wenig auf die Schule gefreut… Ich lerne gerne und ich habe Ziele, Träume die es verlangen, dass man nun mal durch dieses letzte Schuljahr muss. Aber wuuummmm, irgendwie habe ich schon nach drei Tagen genug und Zweifle an allem und jedem, mir selbst am meisten!
Dann vermisse ich den Sommer.  In diesem Sommer schien alles so leicht, so gut zu werden. Der Sommer war perfekt. Zwei Monate keine Schule, kein frühes Aufstehen ,keine Sorgen, nur Dinge tun auf die man Lust hatte. Diesen Sommer habe ich gelebt, jede Sekunde, jeden Moment in mich aufgesogen. Dieser Sommer hat all meine Erwartungen weit übertroffen. Und wenn ich die Augen schließe, dann höre ich noch das Rauschen des Meeres, die Aufforderung der Musik und unsere Schritte auf den dunklen Straßen. Zeit zurück drehen denke ich mir. Zurück gehen. Noch einmal dort sein. Doch dann wird mir klar, dass man die Kraft schöner Momente nicht mitnehmen kann. Erinnerungen sind wunderschön, wertvoll aber nie erleben wir einen Moment ein zweites Mal. Jeder Moment ist einzigartig, vergänglich und gerade deswegen so wertvoll, so unfassbar schön und einfach dazu da wahrgenommen zu werden. Augen schließen, genießen und ein klein wenig mitnehmen, für später, zum erinnern. 



Mir wird klar, dass auch dieses letzte Jahr bald eine Erinnerung sein wird, ein neuer Schritt. Also versuche ich auch dieses Jahr auf seine Art und Weise zu genießen, wahrzunehmen, Vertrauen zu haben. 

C. 














Mittwoch, 26. August 2015

Ihr zwei, der Sommer und ich

Wenn ich die Augen schließe, dann kann ich den Wind in meinen Haaren, die Musik in meinen Ohren und das Salz auf meiner Haut schon spüren. Was spüre ich noch? Ein klopfendes Herz.



Wir drei. Mädelsurlaub. Bald. 
Wir sind wie drei Magnete die sich mal anziehen, mal abstoßen. Wir sind verbunden durch das, was wir sind und getrennt durch Kilometer und den Leben die wir führen, wenn wir nicht zusammen sein können. Aber bald da heißt es "wir drei und der Sommer". Denn wir fahren weg. Ans Meer und ich könnte jetzt sagen das ist keine große Sachen, doch für mich ist es das. Denn es sind wir ohne Alltag. Sommer ohne Schule und Leben ohne Sorgen...oder nicht? Ist Urlaub wirklich ein aussteigen aus der Realität? Was erwarte ich mir davon? Träumen.Tanzen.endlose Nächte. 
Ich bin aufgeregt wie ein kleines Kind das die Tagen bis zu seinem Geburtstag zählt. Es ist nicht so als wäre es der erste Urlaub allein, doch dennoch ist es anders. Denn es sind nur wir. Und die Gewissheit das wir nicht immer wir sein werden. Der Gandanke "mal jung zu sein, mal dumm zu sein" [C] und der Wunsch das Leben zu genießen bevor alles wieder stressig wird. Die Hoffnung die Zeit zusammen genießen zu können und all das zu tun, wo für sonst keine Zeit bleibt.



Noch sind die Taschen nicht gepackt und die Sonncreme ist noch nicht gekauft, doch es dauert nicht mehr lang bis wir drei den Sommer kennen lernen. 

S.

Samstag, 2. Mai 2015

Auf der anderen Seite

Es gibt da eine Schwelle. Sie trennt zwei Lebensteile von einander. Sie ist die Brücke zwischen dem Davor und dem Danach. 


Ich hatte riesige Angst davor, diese Schwelle zu übertreten. Angst davor, dass Alles anders wäre oder dass sich nichts verändert.
Ich kann es nicht genau sagen.

Ich wollte einfach nicht achtzehn werden. 
Aber es gibt nun mal einige Dinge im Leben, die sind unvermeidlich und das Älter werden gehört dazu. Deshalb kann man nur sagen "Augen zu und durch", denn Gestern war es dann soweit. 

Die Kerzen wurden ausgepustet und die Schwelle überschritten.

Ich hatte Angst, dass mir noch Dinge fehlen, Dinge, die man tuen muss BEVOR man achtzehn ist. Ich hatte Angst meine Jugend nun abzuschließen, jetzt nur noch vernünftig sein zu dürfen. Dass mir Erinnerungen fehlen, Geschichten. Denn ich war nie der große Rebell, nicht dass ich immer das tue was man mir sagt und ich nicht meine eigene Meinung habe. Auf keinen Fall. Eher dass ich es nicht verstanden habe, die wenigen Regeln, die es gibt, brechen zu müssen. Ich habe es nicht verstanden, warum ich, die Menschen, die mich am meisten lieben, verletzten muss. Nur um ihnen zu zeigen, dass ich meinen eignen Kopf habe. Ich wollte auch nie, dass sie sich Sorgen machen müssen. Ich weiß schon mein Leben lang genau was ich will und wollte das auch immer erreichen. Warum also ständige jugendliche "Trinkgelage". Das habe ich nie verstanden. Und dennoch habe ich mich angefangen zu fragen, ob so etwas nicht dazu gehört. Ob ich nie richtig "Teenager" war. Ich habe mir Sorgen gemacht, dass es das ist, was fehlt. Das Wild sein. Doch muss ich wie jemand sein der ich nicht bin? Nur weil man es eben so macht? 

Nein eigentlich nicht...

Deshalb frage ich mich nun Selbst: "Warum die Sorgen?". Es ist schön achtzehn Jahre alt zu sein. Man ist freier und unabhängiger. Man ist erwachsen, aber mein Gott nicht alt. Man kann für sich selbst entscheiden und hat Verantwortung. Und das ist was schönes


Und das Wichtigste ist...Alles was ich noch nicht erlebt habe, was ich dachte ich hätte es verpasst, liegt noch vor mir oder ist einfach nicht wichtig für mich.


Es gibt Erfahrungen, die ich noch machen darf und das ist keine Belastung, sondern ein Privileg.

Denn es gibt da eine Schwelle.
Und wenn man sie übertritt stehen einem Alle Türen offen.

S.

Donnerstag, 2. April 2015

Frühlingsmensch

Wenn ich mich mit einem einzigen Wort beschrieben müsste, dann wäre es "Frühlingsmensch". Denn es beinhaltet meinen Charakter, mein Wesen, mehr noch meine Sicht auf die Welt. 
Der Frühling ist rosa, zart und verletzlich. Ich würde sagen der Frühling tanzt, fließende Bewegungen. Ich liebe es sehen zu können wie die ersten Blumen blühen, wie der Sonnenschein auf der Nase kitzelt und wie die erste kleine Hummel um mich herum fliegt. Im Frühling wache ich auf, ich sehe die Welt mit anderen Augen, alles ist schöner, fröhlicher und gesünder. Im Frühling beginne ich wieder ich sein zu können. Ich kann Kleider tragen und mich in die Sonne legen, Ballerinas anziehen, Blumen pflücken und Eis essen. Der Frühling ist so leicht, alles ist leichter.
Doch im Moment liege ich eingekuschelt in meinem Bett, trinke Tee und starre in eine wunderschön verschneite Winterlandschaft. Den ganzen Winter, Weihnachten, habe ich darauf gewartet, dass endlich  Schneeflocken fallen, doch nichts ist passiert. Und nun, da ich die Ostereierfarbe bereit gelegt habe, die Tulpen im Zimmer stehen und die Winterschuhe auf den Dachboden geräumt wurden will der Frühling einfach nicht kommen. 



Ich brauche das Licht und die Wärme die im Frühling wieder Einklang findet um glücklich zu sein, denn ich liebe es barfuß zu gehen oder nächtelang im Garten zu sitzen.
Ich vermisse den Geruch von Rosenblüten und das Gefühl lebendig zu sein.



Frühling wo bist du?
S.

Über das Beste Freundin sein

Wir wollen sie wirklich sein, die Beste Freundin. Wir strengen uns an immer das richtige zu sagen, für den anderen da zu sein, zu verstehen und manchmal sogar zu gefallen. Doch die Beste Freundin zu sein oder vielleicht auch der Beste Freund ist schwer, schwerer als man sich ab und zu eingestehen möchte.
Denn oft steht man irgendwo dazwischen. Zwischen den eigenen Gefühlen und den der Besten Freundin. Zwischen Geben und Nehmen. Zwischen Wollen und Dürfen. Keiner möchte akzeptieren, dass es eine Aufgabe ist oder gar eine Verpflichtung ist die Beste Freundin zu sein, doch es gibt Momente im Leben da fühlt es sich einfach so an.
Aber was soll man tun wenn der Mensch, der einem am meisten bedeutet, gerade Wegs ins offene Messer läuft?
Man kann noch "Pass auf" hinterher rufen, aber der Fehler wird gemacht werden und man kann meist nichts dagegen tun. Also sammelt man die Scherben ein, die vom gebrochenen Herzen der besten Freundin übrig sind, und zwar jedes Mal. Man trinkt Tee, schaut Filme und trocknet Tränen, während man still und leise bemerkt, dass dieser Mensch, dem man die letzten Wochen all seine Zeit zur Verfügung gestellt hat, sich entfernt. Sich wohl möglich sogar wieder verliebt und er selbst plötzlich keine Zeit mehr hat. Nicht mehr da ist, um zuzuhören.
Man hat das Gefühl, allein gelassen worden zu sein. Und hat Angst, dass niemand den eigenen Schmerz betäubt. Aber schlimmer als diese Angst, ist die Angst, die Beste Freundin für immer zu verlieren. Das ist egoistisch, ich weiß, aber man hat doch schon so viel erlebt, man hat sich doch lieb, braucht sich und kann nicht einfach dabei zusehen, wie die Beste Freundin glücklich in den Sonnenaufgang reitet. Dennoch tut man es. Man ist schließlich die Beste Freundin. Man stellt das eigene Glück zurück und wartet bis sie wieder kommt.
Denn das ist doch eigentlich das wunderbare, die Gewissheit, dass sie wiederkommen wird, weil man die Beste Freundin ist.


S.