"To travel is a journey into yourself. We do not travel to escape life but for life not to escape us."
Vor einem Jahr noch drehten sich alle Gedanken hauptsächlich um eins: das Abitur. Und jetzt 12 Monate später sitze ich wieder hier. Hier an meinem Schreibtisch vor meinem nächsten großen Abenteuer. Diesmal einem echten Abenteuer sage ich mir. Ist es nicht komisch, dass Getanes einem im Nachhinein gar nicht mehr so groß, so unschaffbar vorkommt. Es ist wohl was dran an dem Spruch "Man wächst mit seinen Aufgaben" oder sollte ich vielleicht sagen "Man wächst an seinen Aufgaben" ?!
Jetzt wo die Schulzeit endlich beendet ist und die Zukunft noch in den Wolken schwebt erscheint mir nichts reizvoller als in die große und weiteWelt aufzubrechen! Neue Farben, Düfte, Eindrücke, Menschen, Kulturen, Religionen, Gerichte und Sprachen. Herrlich denke ich mir.
Ob ich Angst habe so weit weg zu reisen? Ja. Natürlich.
Ob mich das aufhält? Nein. Natürlich nicht. Schließlich waren Träume schon immer wichtiger als Ängste.
Und auch wenn ich am letzten Abend, an dem alles noch so vertraut ist, mir kaum vorstellen kann was genau ich da vorhabe, ist der Rucksack fertig gepackt, die Klamotten zurecht gelegt und ich bin bereits eingecheckt. Schlafen kann ich noch nicht, werde ich diese Nacht auch kaum. Tausend Fragen, Hoffnungen, Ängste und Träume geistern durch meinen Kopf. Alles scheint ein wenig unreal, zu weit weg. Aber es ist echt. Verrückt.
Es gibt vieles was ich vermissen werde, das weis ich jetzt schon. Aber das Fernweh ist größer. Es gibt einiges was mich hier hält aber nichts was mich aufhält, zurückhält. Es kann jetzt los gehen!
C.
Sonntag, 4. September 2016
Dienstag, 15. Dezember 2015
5.6.7.8
Den Arm ein bisschen höher. Bauch rein! Knie über die Fußspitzen und Kinn nach oben. Wacher Blick Sophie. Weicher die Arme. Ich habe gesagt Bauch rein. Noch einmal von Vorn. Zurück. Noch einmal von vorn....noch einmal.
Schon als ich ganz klein war hat man mir das Fliegen beigebracht. Zu erst ganz langsam, spielerisch. Und ich hätte nie gedacht, dass ich mich einmal so bedingungslos darin verlieben würde. Doch leichtfüßig und dennoch hundert Prozent fokussiert, steigerte ich mich in diesen ganz persönlichen Schwebezustand herein. Und irgendwann war der Punkt gekommen, an dem ich die normale, reale Welt vollständig hinter mir lies und, für mich damals unwiderruflich, abhob. Ich wollte Tänzerin werden. Ihr brachtet mir bei, die Füße zu strecken und wie ich mich drehte. Ich durfte eine selbstverständliche Nähe spüren, die es sonst nirgendwo zu geben scheint, und mich bewegen als gäbe es nichts Leichteres auf der Welt. Es war das Paradies.
Dennoch muss man irgendwann landen...
Ich wurde älter und begann mich zu fragen, was sich wohl hinter den Mauern meines kleinen Palastes befand und entwickelte eine eigene Persönlichkeit, die sich nicht mehr so leicht in ein Tutu und ein Paar Spitzenschuhe stecken lies. Ich wollte mehr. Leben. Wissen. Sein. Ich wollte alles das werden, was ihr mir verboten habt zu erträumen und war es unendlich leid meine Mittelmäßigkeit in eurem Blick zu sehen. Also riss ich die Mauern herunter. Rannte davon. Mit der bitteren Gewissheit, dass es für immer war. Einmal gegangen darf man nicht wieder zurück. Man wird ausgestoßen. Gehört nicht mehr dazu.
Aber warum hat mir damals keiner gesagt, dass dieser Traum niemals vergeht? Dass Aufhören schmerzt und dass ich diese Entscheidung vielleicht für den Rest meines Lebens bereue?
Ich liebe das, was ich machen möchte und sehe voller Zuversicht in die Zukunft, aber ich hätte wirklich Fliegen können. Ich hätte mein Leben mit dem verbringen können, was ich am meisten Liebe. Warum habt ihr mir in diesem Kristallpalast diese Liebe genommen und sie mir erst wieder gegeben als es zu spät war?
Ich weiß ich werde mich in etwas neues verlieben, aber kann die Liebe noch einmal so unsterblich sein?
S.
Inspiriert von "Flesh and Bone"
Inspiriert von "Flesh and Bone"
Montag, 9. November 2015
Vorhang auf...
Zwei Hände, die sich flüchtig berühren. Bedeutungsvoll. Bedeutungslos.
Ein Blick, der kurz einen anderen trifft. Vielsagend. Nichtssagend.
Ein Lachen, dass spontan die Lippen umspielt. Aufrichtig. Einstudiert.
Ich sauge all das, was da gerade passiert, in mich auf. Halte es fest. Will mich erinnern können, wer ich bin, wer ich sein kann. Also drehe ich mich, laufe und lache. Seh` dir in die Augen und sehe wieder weg und wenn sich der Vorhang schließt, habe ich das Gefühl meine Augen sind immer noch geschlossen, sind nie wirklich offen gewesen. Also öffne ich sie jetzt. Sehe zurück und erinnere mich, wer ich bin, wer ich sein kann. Und weiß, hab es schon immer gewusst, dass es nicht du bist, dass es die Bühne ist, die mich so festgehalten hat.
Zwei Hände, die sich flüchtig berühren. Entschlossen. Selbstbewusst.
S.
Ein Blick, der kurz einen anderen trifft. Vielsagend. Nichtssagend.
Ein Lachen, dass spontan die Lippen umspielt. Aufrichtig. Einstudiert.
Ich gehe den selben Weg, den ich schon hundert mal gegangen bin. Spiele das selbe Spiel, dass ich schon tausend Mal gespielt habe. Bereite mich vor. Konzentriere mich auf das, was gleich kommt. Schließe die Augen.
Der Vorhang öffnet sich. Das ist meine Bühne. Das ist mein Moment. Aber es ist anders, denn die Geschichte ist eine andere, als ich gewohnt bin. Eine Geschichte, die ich nicht gedacht habe spielen zu können. Aber es ist meine Bühne, also bin ich bereit.
Zwei Hände, die sich flüchtig berühren. Entschlossen. Selbstbewusst.
S.
Dienstag, 3. November 2015
Verschwinden für eine Nacht
"Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wieder kommen." -Oskar Wilde-
Wir treten ein, den Alltag haben wir längst hinter uns gelassen. Das einzige was noch wahrgenommen wird, ist das Lachen der anderen und die Luftballons an der gewaltigen Decke, denn wir sind geflüchtet, ins Jahr 1925.
Was uns schon immer verbunden hat ist der Wunsch in einer anderen Zeit geboren worden zu sein. Ist sie nicht manchmal langweilige diese aufgeklärte, rationale Welt? Wo sind die Bälle, die Handküsse, Liebesbriefe und wallenden Kleider? Die Geheimnisse...
Aber dann kommen diese Moment. Diese Momente die einem doch immer wieder unter die Nase reiben wie modernisiert, technisiert und 1000 mal besser unsere heutige Welt doch ist. E-books statt Papier in den Händen. Die Türen die zuknallen anstatt dass sie einem aufgehalten werden. Hosen und Hosen und noch mehr Hosen...
Okay ich gebe zu wir übertreiben ein wenig, aber auch dass muss mal sein. Und an manchen Tagen, da gelingt sie. Die Flucht in die Vergangenheit...
Also werden die Harre hochgesteckt, das schwarze Kleid und die Federboa aus dem Schrank gekramt und die Lippen rot geschminkt. Wir haben getanzt, gelacht, Kleider bewundert und sind am Ende todmüde in unsere Betten gefallen. Wieder eine Nacht durchgetanzt, im Glitzerrausch versunken, geatmet, gelebt.
Und das Schönste : wir wurden mit einem Handkuss begrüßt ...
C.&S.
Dienstag, 27. Oktober 2015
Eins, Zwei, Drei...Vorbei
Zahlen, Wort, Fakten...alles ist so durcheinander. So unglaublich viel. Aber da müssen wir jetzt durch. Denn wir sehen nach vorn, wir wollen endlich fertig werden.
Wir befinden uns auf den immer wieder betonten "letzten Metern". Und nun wollen wir es wirklich und wir wollen es jetzt. Unser Abitur.
Aber das so zu sagen und es dann wirklich durchzuziehen sind zwei völlig verschiedene Dinge. Es nimmt so viel ein und man hat das Gefühl keine Zeit mehr für gar nichts zu haben. Man steht Morgens auf und der erste Gedanke schwebt zu den Klausuren die heute drankommen werden. Doch auch wenn man seinen Tag gedanklich im Überblick hat, dann sieht man nichts als Lernen, Tests und Bücher.
Es gibt so viele Momente an denen ich mir denke "Heute machst du mal nichts für die Schule, lass es einfach auf dich zukommen". Aber letztlich kann ich das dann doch nicht. Weil ich will ja das Abi, die Noten, aber eigentlich will ich nur das Gefühl, dass ich alles getan habe was ich kann. Damit ich mir nicht sagen kann, dass ich hätte mehr tun sollen.
Und irgendwie kann man sich dann doch immer motivieren. Ich brauche nur mindestens eine Sache am Tag, die für mich ist. Tanzen, lesen, telefonieren oder etwas backen, ganz egal was. Nur damit ich weiß, dass ich immer noch ich bin und ein Mensch bin.
Und irgendwie kann man sich dann doch immer motivieren. Ich brauche nur mindestens eine Sache am Tag, die für mich ist. Tanzen, lesen, telefonieren oder etwas backen, ganz egal was. Nur damit ich weiß, dass ich immer noch ich bin und ein Mensch bin.
Denn wo bleibt eigentlich das Leben, bei all dem Lernchaos?
Wo bleibt das jung sein? Wo sind all die langen Nächte hin? Die verrückten Abenteuer und die ewigen Frühstückssessionen?
Wahrscheinlich liegt all das zwischen irgendwelchen Heftern unter unseren Betten. Aber dort liegt es sicher, bereit wieder herausgekramt zu werden. In ein paar Monaten, da haben wir es geschafft. Dann sind wir bereit für die Welt, denn da haben wir es endlich, unser Abi!
...ich geh dann jetzt mal lernen...
S.
Montag, 14. September 2015
Mehr...viel mehr
Rosane Spitzenschuhe...sie liegen immer noch auf meinem Schrank und wenn ich sie sehe, blitz immer noch das Bild der Ballerina in meinem Kopf auf. Ich bin immer noch dieses verträumte Mädchen, was nur Blumen und Sterne sieht, was eines Tages Tänzerin werden möchte. Irgendwo bin ich das immer noch.
Aber in zwischen ist da viel viel mehr.
Ich hatte immer Angst, dass ich niemand mehr bin, wenn ich nicht mehr die Tänzerin bin, hab mich lange auch so gefühlt. Unvollständig irgendwie.
Aber die Zeit ist mir durch die Finger geronnen wie kühles Wasser und so kann ich jetzt sagen, dass dem nicht mehr so ist. Dass ich vielleicht schon immer mehr gewesen bin. Es nicht sehen wollte. Es nicht sehen konnte.
Aber nun tut sich ein neues Problem auf, was vielleicht sogar noch schwieriger zu überwinden ist als das niemand sein.
Es ist das alles sein wollen.
Immer noch romantisch, verträumt und rosa. Aber auch tough, ein bisschen stabiler, weniger zerbrechlich. Ich hatte und habe zwei Lebensträume, die so verschieden sind, wie zwei Träume nur verschieden sein können und frage mich deshalb manchmal , wie das überhaupt sein kann. Es sind zwei komplett verschiedene Pole und es ist eine große Kunst das eine mit dem anderen verbinden zu können. Und wenn dann nun plötzlich, unerwartet noch etwas ganz anderes da ist. Was auch gut ist. Zeit beansprucht. Da kommt man zu dem Punkt, an dem man akzeptieren muss, dass man nicht überall perfekt sein kann, dass man nicht alles haben kann. Dass die Ansprüche ein klein wenig zu hoch sind. Alles muss immer perfekt sein. Man selbst will immer perfekt sein. Perfekte Frisur, perfektes Team, perfekte Bühne, perfekte Arabesque und perfekte Note, das Studium will es so. Aber wo bleibt da das Mensch sein? Wo bleibt einfach nur das leben?
Man ist vielleicht viel vielseitiger als man denkt und vielleicht muss man das Bild was man von einem hat auch einfach mal loslassen können, damit man sehen kann, wie viele wunderbare Dinge es noch auf der Welt gibt. Für die es sich einfach zu leben lohnt. Und nicht perfekt, sondern einfach so.
Donnerstag, 27. August 2015
Augen schließen, genießen und ein klein wenig mitnehmen...
Ob ihr es glaubt oder nicht ich hatte mich sogar ein wenig auf die Schule gefreut… Ich lerne gerne und ich habe Ziele, Träume die es verlangen, dass man nun mal durch dieses letzte Schuljahr muss. Aber wuuummmm, irgendwie habe ich schon nach drei Tagen genug und Zweifle an allem und jedem, mir selbst am meisten!
Dann vermisse ich den Sommer. In diesem Sommer schien alles so leicht, so gut zu werden. Der Sommer war perfekt. Zwei Monate keine Schule, kein frühes Aufstehen ,keine Sorgen, nur Dinge tun auf die man Lust hatte. Diesen Sommer habe ich gelebt, jede Sekunde, jeden Moment in mich aufgesogen. Dieser Sommer hat all meine Erwartungen weit übertroffen. Und wenn ich die Augen schließe, dann höre ich noch das Rauschen des Meeres, die Aufforderung der Musik und unsere Schritte auf den dunklen Straßen. Zeit zurück drehen denke ich mir. Zurück gehen. Noch einmal dort sein. Doch dann wird mir klar, dass man die Kraft schöner Momente nicht mitnehmen kann. Erinnerungen sind wunderschön, wertvoll aber nie erleben wir einen Moment ein zweites Mal. Jeder Moment ist einzigartig, vergänglich und gerade deswegen so wertvoll, so unfassbar schön und einfach dazu da wahrgenommen zu werden. Augen schließen, genießen und ein klein wenig mitnehmen, für später, zum erinnern.
Mir wird klar, dass auch dieses letzte Jahr bald eine Erinnerung sein wird, ein neuer Schritt. Also versuche ich auch dieses Jahr auf seine Art und Weise zu genießen, wahrzunehmen, Vertrauen zu haben. C.
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