Montag, 10. Oktober 2016

Angekommen #Indonesien2



"Diese sinnliche, flüchtige Qualität des Augenblicks an seltsam überwältigenden Orten ist die Essenz Indonesiens und damit vielleicht der wichtigste Grund den Inselstaat zu besuchen." 



Hallo ihr Lieben, 

nach gut einem Monat hier in Indonesien fühle ich mich nun einigermaßen gewappnet meinen ersten richtigen Blogeintrag zu verfassen. Auch wenn bereits so unglaublich viel passiert ist und ich teilweise das Gefühl habe schon wesentlich länger hier zu sein, werde ich versuchen von vorne zu beginnen. 

Moschee im Zentrum Pekalongans


*Die Reise*

Natürlich beginnt jedes große Abenteuer mit der Anreise, das Ziel vor einem, immer fest im Blick.
Wenn man es genauer nimmt beginnt alles bereits mit den unzähligen Vorbereitungen aber all das hier zu erwähnen währe wohl ziemlich sicher zu viel des Guten. Am Sonntag den 05. September 2016 ging es also gegen 06:00 für mich in Dresden los. Von den Freunden hatte ich mich bereits verabschiedet. Erstaunlicherweise ohne große Tränen was wohl daran gelegen hat, dass ich selbst noch am Abend vor meinem Flug fest davon überzeugt war ich würde mir das hier alles nur einbilden. Ganz anders sah es dann Sonntag morgen in Dresden am Flughafen aus. Als ich mich nun auch schweren Herzens von meiner Familie verabschiedet hatte und die ersten Schritte alleine durch die Sicherheitskontrolle gegen war dachte ich mir nur "Scheiße Clara. Okay atme. Jetzt geht es los!". 


Der Flug von Dresden nach Frankfurt war schnell um und verlief ohne Komplikationen. In Frankfurt angekommen war ich zugegebenermaßen ziemlich überfordert. Der Flughafen ist gefühlt so groß wie ganz Dresden und der Clou an der ganzen Sache war, dass auf meiner Bordkarte weder mein Terminal noch mein Gate zu finden war. Aber mit Durchfragen und einem charmanten Lächeln lässt sich alles finden, auch am Frankfurter Flughafen. Von Frankfurt aus ging es mit Singpore Airlines nach Singapur. Die Flugzeit betrug 13 Stunden und der Flug war, begonnen beim Boarding, ein Erlebnis für sich! 

Ich habe noch nie in meinem Leben in einem Flugzeug mit acht Sitzen pro Reihe gesessen, geschweige denn bin ich je mit duftenden heißen Handtüchern begrüßt wurden. Man bekommt nicht nur rund um die Uhr das best trainierte Fakelächeln präsentiert, sondern neben Kissen, Decke, Zahnbürste und Socken gibt es sogar vegetarisches Essen für mich. Ich hätte 13 Stunden lang die neusten Kinofilme schauen können und die Musik auf meinem Handy war völlig überflüssig. Wer also mal Service der besonderen Art erleben möchte sollte mit Singapore Airlines fliegen (nein das ist kein Werbeblog).

Trotzdem. Nach 13 Stunden Klimaanlagenluft und sitzen habe ich mich gefühlt wie eine Trockenpflaume und der Flughafen in Singapur kam mir vor wie der Himmel auf Erden. Alles so organisiert. Überall Teppich .Und ein glühend roter Feuerball der aus dem Nebel über Palmen auftaucht entschädigt für so einiges. 




*Ankommen*

Ankommen ist leichter gesagt als getan. Nachdem ich mit meinem Rucksack der gefühlt nicht nur schwerer sondern auch größer ist als ich auf einem Moped 10cm an einem mir entgegenkommenden LKW vorbei, durch die dreckige Nachtluft Semarangs und später auch Pekalongans gerauscht bin, habe ich zwar so langsam realisiert in Indonesien zu sein, aber der Kulturschock wartete noch auf mich! 



Klar hat man es tausend mal gehört "Du wirst sicherlich einen Kulturschock bekommen" aber was genau das wirklich heißt kann man nur selber heraus finden. Das habe ich. Definitiv! Wenn ich sage hier ist alles anders dann mag das übertrieben klingen aber genau so fühlt es sich am Anfang an. Weg von Pünktlichkeit, geregeltem und flüssigem Straßenverkehr. Schluss mit eben mal diabetikergerecht und vegetarisch einkaufen. Auch Hygiene ist hier was anders als bei uns. Andere Toiletten, ein krass anderer Umgang mit Religion. Mangos wachsen hier wie Äpfel bei uns am Straßenrand wohingegen Äpfel echte Luxusfrüchte sind. Der größte Schock für mich bleibt jedoch der Umgang mit dem Müll. Ein Bewusstsein dafür ist praktisch nicht vorhanden. Er ist überall und wird weder wirklich getrennt noch recycelt sondern munter auf riesigen Bergen verbrannt. 


Aber auch wenn es verrückt klingt "Man gewöhnt sich" wie ich immer so schön mit Alice meiner Mitfreiwilligen sage. Woran ich mich aber partout nicht gewöhnen kann ist das anders Aussehen. Weiße Haut zum einen und selbst mit meinen dunkelbraunen Haare falle ich in einer relativ "kleinen" Stadt wie Pekalongan auf wie ein bunter Hund. Für mich persönlich ist "Hautfarbe" und Einschätzung dem Äußeren nach ein sehr heikles aber überraschend präsentes Thema hier. Um es kurz zu machen trage ich jetzt des Öfteren Hijab (muslimische Kopfbedeckung). Ganz einfach weil ich religiös sehr gut damit klar komme und mich so niemand nach Fotos, oder meinem Namen bei Facebook fragt, mich anstarrt oder mir hinterherruft. Es ist ein bisschen als würde man in Deutschland auf seinen Ausschnitt achten. Es ist teilweise okay und ich fasse auch gerne mal den Bauch einer Schwangeren an, wenn sie das glücklich macht, aber ich möchte auch ausgehen können und ganz normal wie jeder andere behandelt werden! 

Batikaustellung in Pekalongan der "Batikstadt"


Neben den ganzen (Kulur)schocks gibt es auch eine Menge Dinge die mich sofort begeistert haben. Die unglaublich schöne und reiche Natur (wenn man sie zu Gesicht bekommt).
Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen hier. Und vor allem eine Reihe an Gesten und Traditionen die Höflichkeit und Herzlichkeit ausstrahlen. Ich bin unglaublich gespannt auf die nächste Zeit und mein Umweltprojekt hier, von dem es im nächsten Blogpost auch einiges zu lesen geben wird. 





Also, liebste Grüße aus Indonesien und sampai jumpa (man sieht sich) ! 

C.

Mittwoch, 7. September 2016

Das Karussell muss sich weiter drehen

Langsam komme ich zum Stehen. Das Karussell dreht seine letzte Runde und noch immer dreht sich alles um mich herum. Langsamer jetzt. Ich beginne wieder klare Linien zu sehen. Noch nicht aussteigen. Lass mich noch eine Weile hier sitzen. Es war so schön. Ich will es festhalten. Alles mitnehmen. 


Seit die Schule hinter mir liegt und auch schon die letzten Woche meiner Schulzeit, habe ich so viel erlebt und gesehen, dass irgendwann die Zeit angefangen hat zu verschwimmen. Länder, Menschen, Gefühle. Alles wurde zu einer langen Karussellfahrt. Kaum geschlafen, nie Zuhause gewesen. Ich hab meine Tasche immer neu gepackt und bin in Flugzeuge und Züge gestiegen. Alles voller Spontanität, Leidenschaft und Erwartung. Ein Anruf genügt und meine beste Freundin steigt in den nächsten Zug und kommt hierher. Wir wollen die Zeit nutzen, bevor sie weg geht. Wir wollen noch viel erleben. Und ich, ich will einfach nicht zur Ruhe kommen. Lasse es nicht zu. Als dann das viele herumreisen ein Ende nimmt, muss ich es jedoch zumindest versuchen. Ich kann schließlich nicht für immer auf der Flucht sein. Ich muss wieder irgendwo ankommen. Ein paar mehr Nächte im selben Bett schlafen. Vielleicht sogar mehr als fünf Stunden schlafen. Das macht mir Angst, aber ich es versuche es und bin den ganzen Tag Zuhause. Räume auf und organisiere das Leben, welches ich in ein paar Wochen führen werde. Ich halte durch bis zum frühen Abend, aber werde mit zunehmender Stunde immer hippeliger, bis ich mich irgendwann ins Auto setze und davon fahre. Das war zu viel. Zu viel nix tun. Zu viel Langeweile und vor Allem zu viel nachdenken. Wer unterwegs ist, hat keine Zeit dafür. Keine Zeit zum Grübeln. Wie verlockend. 
Ankommen braucht Zeit. Man muss sich wieder erinnern, wie das echte Leben aussieht und dass man Verantwortung zu tragen hat. Man muss gegen den Alltagstrott ankämpfen und sich mit sich selbst Auseinandersetzten. Doch Ankommen ist nicht das Ende der Lebendigkeit, sondern ein Ruhepol für neue Abenteuer.
Es ist jetzt nicht mehr so schlimm. Ich werde einen Mittelweg finden. 
Oder ich buche einfach einen Flug und verschwinde wieder. Ich habe mich noch nicht entschieden. 

S.

Montag, 5. September 2016

Eine Stadt voller Gegensätze | Bangkok #Thailand1

Hier fängt Thailand an und hier hört Thailand auf und so fragt mich Jeder, den ich auf meiner Reise treffe: "What do you think about Bangkok?"




*15:00 Bangkok
Ich steige die Treppen der Phayathai Bahnstation herab. Nicht aufgeregt und superglücklich, sondern eher todmüde und mit einem gefühlt 30 kg Rucksack auf dem Rücken. Meine Freundin und ich sind seit 40 Stunden unterwegs und nun werden wir von Bangkok mit glühend heißen Armen und tausenden dröhnenden Mopetmotoren empfangen. "I need a TukTuk" - koste es, was es wolle.

Benchamabopit Dusit Wanaram

*goldene Fußspuren
Noch am selben Nachmittag versuchen wir die Stadt, die uns mehr erschlägt als empfängt, zu Fuß und orientierungslos auf eigene Faust zu erkunden und wer hätte es gedacht, ein green curry und etliche TukTukFahrer später, sind wir gar nicht mehr so verloren, wie wir es befürchtet haben. Mit großen Augen staune ich über all die Tempel, die sich durch die Stadt ziehen wie ein roter Faden. Alle so verschieden und doch so gleich. Und gold, so viel gold. Dabei beeindruckt mich persönlich der "Benchamabopit Dusit Wanaram" (Marbel Tempel) am meisten. Die Anlage ist im Vergleich zum riesigen "Wat Pho"ziemlich beschaulich, aber dafür authentisch und so eröffnet sich uns die Möglichkeit durch den Garten zu schlendern und alles in Ruhe ohne Touristen zu fotografieren. 
Tausende Eindrücke später und dennoch am selben Abend wollen wir die "Koh San Road" kennen lernen. Unter Backpackern berühmt, berüchtigt und für mich, wie sich herausstellt zu Recht, sehr schwer vorstellbar. 


*der nächste Kulturschock
All die Rucksacktouristen, die sich durch die, von Leuchtreklame erhellte, Straße schieben und an kleinen Ständen auf der Straße sowohl asiatisches, als auch westliches Essen genießen. Was das Essen betrifft muss man einfach mutig sein und schon wird man sich Hals über Kopf in Curry und Padthai verlieben und damit auch bald kein Problem mehr mit Reis zum Frühstück haben. Zurück auf der "Koh San Road" tanzt man mitten auf der Straße zu bekannten und fremden Rhythmen und der Ein oder Andere trägt schon sein erstes Bucket in der Hand (zu diesem Thema kommt mit Sicherheit in einem anderen Post noch mehr). Es herrscht eine Ausgelassenheit, die man in Deutschland maximal von der Festivalwelt kennt und das mitten in der Woche. Überhaupt spielt der Wochentag, ebenso wie das Datum absolut keine Rolle.



*Bangkok mit Weitsicht
Angezogen von der verlockenden Möglichkeit die Metropole von oben sehen zu können, zieht es uns gleich zweimal auf Aussichtspunkte, die unterschiedlicher nicht sie könnten.
Begleitet von Mönchen und klangvoller Musik steigen wir die Stufen des "Wat Saket" (goldener Berg) hinauf und sind überwältigt vom Ausblick, der sich uns bietet. Zum ersten Mal sehen wir all die Wolkenkratzer in der Ferne und erkannten die Gegensätze, die die Stadt innehält. Auf der einen Seite Straßenkost und auseinander fallende Wohnungen, auf der anderen Seite Starbucks und Chanel. Bis zu diesem Punkt waren wir nur auf Schleichwegen unterwegs und konnten so unmöglich erkennen, was Bangkok tatsächlich bedeutet. Doch auch die "echte" Großstadt hat ihren Charme, sodass wir uns auf den Weg zu den Hochhäusern machen und im "Baiyoke Sky Hotel" mit einem gläsernen Fahrstuhl in die 85. Etage fahren. Am späten Abend werden wir hier von einer Welle aus all den Glitzerlichtern der Stadt überflutet. 

die ersten Skyscrapers

Die Skyline von Bangkok



*zur Ruhe kommen
Die Nächte sind kostbar und lang und so nutzen wir unseren letzten Tag, um mit Bus und Bahn (das ist zwar eine Herausforderung, aber so viel günstiger als mit Taxi und TukTuk), in den "Lumphini Park" zu fahren. Mit frischer Mango bewaffnet können wir hier am See liegen, das schöne Wetter genießen und ein bisschen Abstand von den zu aufdringlichen TukTukFahrern und dem Blitzlichtgewitter der Touristen gewinnen, bevor uns der Wind in den Norden Thailands trägt.



Lumphini Park





Hier fängt Thailand an und hier hört Thailand auf und so fragt mich Jeder, den ich auf meiner Reise treffe: "What do you think about Bangkok? - noone likes it "

Bangkok ist grell und verlassen. Bangkok ist Großstadt und religiöse Städte. Bangkok ist Tourismus und Armut. Bangkok hat sich noch nicht gefunden. Ich muss Bangkok nicht wieder sehen, aber ich bin froh dort gewesen zu sein.

S.





Sonntag, 4. September 2016

Die Ruhe vor dem Sturm #Indonesien 1

"To travel is a journey into yourself. We do not travel to escape life but for life not to escape us." 

Vor einem Jahr noch drehten sich alle Gedanken hauptsächlich um eins: das Abitur. Und jetzt 12 Monate später sitze ich wieder hier. Hier an meinem Schreibtisch vor meinem nächsten großen Abenteuer. Diesmal einem echten Abenteuer sage ich mir. Ist es nicht komisch, dass Getanes einem im Nachhinein gar nicht mehr so groß, so unschaffbar vorkommt. Es ist wohl was dran an dem Spruch "Man wächst mit seinen Aufgaben" oder sollte ich vielleicht sagen "Man wächst an seinen Aufgaben" ?!
Jetzt wo die Schulzeit endlich beendet ist und die Zukunft noch in den Wolken schwebt erscheint mir nichts reizvoller als in die große und weiteWelt aufzubrechen! Neue Farben, Düfte, Eindrücke, Menschen, Kulturen, Religionen, Gerichte und Sprachen. Herrlich denke ich mir.
Ob ich Angst habe so weit weg zu reisen? Ja. Natürlich.
Ob mich das aufhält? Nein. Natürlich nicht. Schließlich waren Träume schon immer wichtiger als Ängste.
Und auch wenn ich am letzten Abend, an dem alles noch so vertraut ist, mir kaum vorstellen kann was genau ich da vorhabe, ist der Rucksack fertig gepackt, die Klamotten zurecht gelegt und ich bin bereits eingecheckt. Schlafen kann ich noch nicht, werde ich diese Nacht auch kaum. Tausend Fragen, Hoffnungen, Ängste und Träume geistern durch meinen Kopf. Alles scheint ein wenig unreal, zu weit weg. Aber es ist echt. Verrückt.
Es gibt vieles was ich vermissen werde, das weis ich jetzt schon. Aber das Fernweh ist größer. Es gibt  einiges was mich hier hält aber nichts was mich aufhält, zurückhält. Es kann jetzt los gehen!

C.

Dienstag, 15. Dezember 2015

5.6.7.8

Den Arm ein bisschen höher. Bauch rein! Knie über die Fußspitzen und Kinn nach oben. Wacher Blick Sophie. Weicher die Arme. Ich habe gesagt Bauch rein. Noch einmal von Vorn. Zurück. Noch einmal von vorn....noch einmal.

Schon als ich ganz klein war hat man mir das Fliegen beigebracht. Zu erst ganz langsam, spielerisch. Und ich hätte nie gedacht, dass ich mich einmal so bedingungslos darin verlieben würde. Doch leichtfüßig und dennoch hundert Prozent fokussiert, steigerte ich mich in diesen ganz persönlichen Schwebezustand herein. Und irgendwann war der Punkt gekommen, an dem ich die normale, reale Welt vollständig hinter mir lies und, für mich damals unwiderruflich, abhob. Ich wollte Tänzerin werden. Ihr brachtet mir bei, die Füße zu strecken und wie ich mich drehte. Ich durfte eine selbstverständliche Nähe spüren, die es sonst nirgendwo zu geben scheint, und mich bewegen als gäbe es nichts Leichteres auf der Welt. Es war das Paradies. 

Dennoch muss man irgendwann landen...
Ich wurde älter und begann mich zu fragen, was sich wohl hinter den Mauern meines kleinen Palastes befand und entwickelte eine eigene Persönlichkeit, die sich nicht mehr so leicht in ein Tutu und ein Paar Spitzenschuhe stecken lies. Ich wollte mehr. Leben. Wissen. Sein. Ich wollte alles das werden, was ihr mir verboten habt zu erträumen und war es unendlich leid meine Mittelmäßigkeit in eurem Blick zu sehen. Also riss ich die Mauern herunter. Rannte davon. Mit der bitteren Gewissheit, dass es für immer war. Einmal gegangen darf man nicht wieder zurück. Man wird ausgestoßen. Gehört nicht mehr dazu.
Aber warum hat mir damals keiner gesagt, dass dieser Traum niemals vergeht? Dass Aufhören schmerzt und dass ich diese Entscheidung vielleicht für den Rest meines Lebens bereue? 

Ich liebe das, was ich machen möchte und sehe voller Zuversicht in die Zukunft, aber ich hätte wirklich Fliegen können. Ich hätte mein Leben mit dem verbringen können, was ich am meisten Liebe. Warum habt ihr mir in diesem Kristallpalast diese Liebe genommen und sie mir erst wieder gegeben als es zu spät war? 
Ich weiß ich werde mich in etwas neues verlieben, aber kann die Liebe noch einmal so unsterblich sein? 

S.

Inspiriert von "Flesh and Bone"

Montag, 9. November 2015

Vorhang auf...

Zwei Hände, die sich flüchtig berühren. Bedeutungsvoll. Bedeutungslos.
Ein Blick, der kurz einen anderen trifft. Vielsagend. Nichtssagend.
Ein Lachen, dass spontan die Lippen umspielt. Aufrichtig. Einstudiert.


Ich gehe den selben Weg, den ich schon hundert mal gegangen bin. Spiele das selbe Spiel, dass ich schon tausend Mal gespielt habe. Bereite mich vor. Konzentriere mich auf das, was gleich kommt. Schließe die Augen.
Der Vorhang öffnet sich. Das ist meine Bühne. Das ist mein Moment. Aber es ist anders, denn die Geschichte ist eine andere, als ich gewohnt bin. Eine Geschichte, die ich nicht gedacht habe spielen zu können. Aber es ist meine Bühne, also bin ich bereit. 


Ich sauge all das, was da gerade passiert, in mich auf. Halte es fest. Will mich erinnern können, wer ich bin, wer ich sein kann. Also drehe ich mich, laufe und lache. Seh` dir in die Augen und sehe wieder weg und wenn sich der Vorhang schließt, habe ich das Gefühl meine Augen sind immer noch geschlossen, sind nie wirklich offen gewesen. Also öffne ich sie jetzt. Sehe zurück und erinnere mich, wer ich bin, wer ich sein kann. Und weiß, hab es schon immer gewusst, dass es nicht du bist, dass es die Bühne ist, die mich so festgehalten hat.



Zwei Hände, die sich flüchtig berühren. Entschlossen. Selbstbewusst.
S.

Dienstag, 3. November 2015

Verschwinden für eine Nacht

"Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wieder kommen." -Oskar Wilde-

Wir treten ein, den Alltag haben wir längst hinter uns gelassen. Das einzige was noch wahrgenommen wird, ist das Lachen der anderen und die Luftballons an der gewaltigen Decke, denn wir sind geflüchtet, ins Jahr 1925.

Was uns schon immer verbunden hat ist der Wunsch in einer anderen Zeit geboren  worden zu sein. Ist sie  nicht manchmal langweilige diese aufgeklärte, rationale Welt? Wo sind die Bälle, die Handküsse, Liebesbriefe und wallenden Kleider? Die Geheimnisse... 

Aber was kann man da schon groß machen? Die Zeit zurück drehen wohl kaum. Also lesen wir Bücher längst vergangener Epochen, vergessen auch das Briefe schreiben nicht und stöbern gern durch alte Bilder, Gemälde, Erinnerungen.


Aber dann kommen diese Moment. Diese Momente die einem doch immer wieder unter die Nase reiben wie modernisiert, technisiert und 1000 mal besser unsere heutige Welt doch ist. E-books statt Papier in den Händen. Die Türen die zuknallen anstatt dass sie einem aufgehalten werden. Hosen und Hosen und noch mehr Hosen...

Okay ich gebe zu wir übertreiben ein wenig, aber auch dass muss mal sein. Und an manchen Tagen, da gelingt sie. Die Flucht in die Vergangenheit...

Also werden die Harre hochgesteckt, das schwarze Kleid und die Federboa aus dem Schrank gekramt und die Lippen rot geschminkt. Wir haben getanzt, gelacht, Kleider bewundert und sind am Ende todmüde in unsere Betten gefallen. Wieder eine Nacht durchgetanzt, im Glitzerrausch versunken, geatmet, gelebt. 

Und das Schönste : wir wurden mit einem Handkuss begrüßt ...

C.&S.